Junggesellinnenabschied im Amazonas
Acht Tage im peruanischen Amazonas, in denen der Dschungel, die Frauen der Shipibo und eine Curandera die Braut auf ihr neues Leben vorbereiten. Blumen, Gesänge, Feuer und Wasser. Ein Junggesellinnenabschied, um den euch alle Freundinnen beneiden werden.
Die Idee
In den Traditionen der Völker des Amazonas geht eine Frau nicht von heute auf morgen in die Ehe. Zuerst durchläuft sie Rituale: Bäder mit Pflanzen, die das alte Leben abwaschen, heilige Gesänge, die die neue Familie mit Schutz umgeben, und auf die Haut gemalte Muster, die sie mit dem Fluss, dem Wald und den Frauen vor ihr verbinden.
Bei diesem Junggesellinnenabschied erlebt ihr das gemeinsam. Acht Tage lang bereiten der Dschungel, die Frauen der Shipibo und eine Curandera die Braut auf ihr neues Leben vor, und ihr seid in jedem Moment an ihrer Seite. Sie kommt verändert zurück. Ihr auch.
Was euch erwartet
Eine Lodge an der Lagune Yarinacocha, warmes Wasser und der Sonnenuntergang vom Boot aus. Mit etwas Glück tauchen direkt neben dem Boot rosa Flussdelfine auf, und ihr habt zum ersten Mal seit Monaten Zeit nur für euch.
In der ersten Nacht sitzt ihr unter einem Himmel voller Sterne ums Feuer. Jede erzählt der Braut, woher sie sie kennt und was sie ihr wünscht. Nach diesem Abend seid ihr nicht mehr nur eine Gruppe von Freundinnen.
Die Curandera räuchert die Braut mit Mapacho-Rauch ein und wäscht sie mit Flusswasser und Kräutern, die im Morgengrauen im Wald gesammelt wurden. In der Tradition des Amazonas wäscht das die alte Energie ab und macht Platz für das neue Leben. Die Braut schreibt auf, was sie hinter sich lässt, und der Zettel verschwindet im Feuer.
Im Dunkeln, begleitet von den Geräuschen des Waldes, singt die Curandera Ícaros, die heiligen Gesänge des Amazonas. Der Tradition nach legen sie eine schützende Aura um die künftige Familie. Man hört sie mit geschlossenen Augen, und die Gänsehaut kommt von ganz allein.
Die Frauen der Shipibo malen der Braut mit dem Saft der Huito-Frucht ein Kené-Muster auf die Haut. Jede Linie hat eine Bedeutung: der Fluss, der Weg, der Schutz vor bösen Geistern. Die Kené-Muster stehen auf der Liste des Kulturerbes von Peru, und die Farbe verschwindet nach etwa zwei Wochen von selbst.
In der Kultur der Shipibo kann man ein Muster singen wie eine Melodie. Die Frauen singen es für die Braut und zeigen euch danach, wie man stickt und töpfert, so wie sie es seit Generationen ihren Töchtern vor der Hochzeit beibringen.
Nachtwanderung mit Taschenlampen: Vogelspinnen, Frösche und die im Dunkeln leuchtenden Augen der Kaimane. Kreischen, Lachen und Adrenalin, von denen ihr noch auf der Hochzeit erzählen werdet.
Im Amazonas wird die Liebe mit einem gemeinsamen Tanz besiegelt. Die Frauen aus dem Ort holen euch in ihren Kreis, reichen euch Masato, ein Getränk aus Maniok, und ihr tanzt, bis die Grenze zwischen Gästen und Gastgeberinnen verschwindet.
Auf unserer Plantage trinkt ihr dicken, heißen Kakao aus Bohnen, die ein paar Schritte weiter wachsen. Jede sagt der Braut etwas, das sie noch nie laut ausgesprochen hat.
Die Curandera nimmt sie beiseite. Mapacho-Rauch, ein paar Worte nur für sie und ein Armband aus Huayruro-Samen, die man in Peru als Glücksbringer trägt. Was sie gehört hat, bleibt ihr Geheimnis.
Morgens sammelt ihr Blumen und flechtet daraus Kränze, so wie die Bräute im Amazonas, die mit frischen Blumen im Haar zur Hochzeit gehen.
Das Finale am Wasserfall Velo de la Novia, auf Deutsch „Brautschleier“. Die Braut geht mit ihrem Blumenkranz unter das herabfallende Wasser, und ihr streut Blütenblätter in den Fluss. Die Fotos von diesem Tag werden noch jahrelang bei euch zu Hause hängen.
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